Kommt mit auf unsere Bavaria 39 "Atair"


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Am 28. Februar 2006 war es endlich soweit: unsere Bavaria 39 "Atair" hat, durch die widrigen Wetterbedingungen in Deutschland einige Tage verspätet, Izola in Slowenien erreicht und wird zu Wasser gelassen. Für einen Monat ist jetzt die kleine slowenische Hafenstadt unser Zuhause, in der wir die weitere Ausrüstung mit der Bordtechnik vornehmen bevor wir unsere Reise gen Karibik starten.
27.3.2006
Das gesamte Zubehör ist eingebaut, zuletzt wurden noch Sprayhood und Bimini montiert. Alle elektronischen Systeme funktionieren zur vollen Zufriedenheit. Am 27. März ist die Atair praktisch seeklar. Noch ein paar Tage, und es geht los. Leider hat der Frühling selbst an der Adria noch nicht Einzug gehalten. Aber das wird uns nicht abhalten, am 1. April Richtung Süden zu starten.
20.4.2006
Pünktlich zu Ostern hat sich der Frühling durchgesetzt. Atair hat inzwischen über Pula und Mali Losinj Zadar erreicht, von wo ein Törn über Dugi Otok und Rund Pasman anstand.
In der nächsten Woche geht es in die Kornaten und von dort weiter zu den historischen Städten Sibenik, Primosten, Trogir und Split.
3.6.2006
Inzwischen haben wir Kroatien hinter uns gelassen. Es war eine wunderbare Zeit in einem idealen Segelrevier.
Nach einer Überfahrt bei kräftiger Brise von Lastovo nach Vieste segeln wir jetzt die italienische Adriaküste südwärts und haben Brindisi erreicht. Von Bari aus wurde das apulische Hinterland per Auto besucht, Castel del Monte war ein grosses Erlebnis.
In wenigen Tagen erreichen wir den Golf von Tarant, danach geht es zügig Richtung Sizilien.
18.07.2006
Zwei Wochen Sizilien und die Liparischen Inseln sowie eine längere Überfahrt nach Sardinien haben wir hinter uns. Rechts ein Foto vom Kap San Vito, der Nordwestecke Siziliens. Der Süden Sardiniens war wunderschön, wir hätten auch mehr Zeit dort verbringen können.
Jetzt sind wir auf dem Weg nach Alghero, von dort geht es die 200sm hinüber nach Menorca.
8.8.2006
Seit 2 Wochen sind wir auf den Balearen. In Mahon kamen wir nach 35 Std.Fahrt an, leider mit viel Motoreinsatz. Nachdem man aber westlich Sardinien und Korsika oft nur die Wahl hat zwischen Mistral oder "gar kein Wind" war das vielleicht noch die bessere Alternative.
Von Mahon ging es in den Norden von Mallorca und weiter entlang der Westküste in die Bucht von Palma. In den nächsten Wochen werden wir weiter mit unseren Mitseglern die Gewässer der Balearen erkunden.
10.09.2006
Die Balearen liegen hinter uns. Wir haben viele schöne Buchten und Strände gesehen, aber auch die Schattenseiten dieser "Urlaubsfabrik".
Mahon auf Menorca, das Naturschutzgebiet Cabrera, der Strand bei La Rapita und die Inseln Espalmador und Formentera haben uns besonders gefallen.
Nun machen wir uns zügig auf den Weg über Costa Blanca und Costa del Sol gen Atlantik und sind froh, mal wieder richtig "Strecke" machen zu können.
26.09.2006, 13.30 Uhr
Atair passiert die Stadt Tarifa, den südlichsten Ort des europäischen Festlandes und gleichzeitig den Westausgang der Strasse von Gibraltar. Damit haben wir das Mittelmeer verlassen und beginnen auf dem Atlantik einen neuen Abschnitt unserer Reise.
Kurz danach, auf dem Weg zur Trafalgarbank, verschluckte dicker Nebel die Yacht und das Radar konnte sich zum ersten Mal richtig bewähren.
Am späten Abend wurde Cadiz erreicht, von hier geht es weiter zur Algarve und dann nach Madeira und Lanzarote.
25.11.2006
Noch 1 Tag bis zum Start der ARC 2006 nach St. Lucia. In der Marina von Las Palmas liegen ca. 230 Yachten startbereit, die Ausklarierung ist schon erfolgt. In der Nacht gibt es das traditionelle Abschiedsfeuerwerk, am 26. um 13.00 Uhr UTC fällt der Startschuss.
Die Atair ist fertig verproviantiert und technisch durchgecheckt. Jetzt heisst es, auf gutes Wetter und einen stetigen Nordostwind zu hoffen. Momentan machen uns die Sturmtiefs auf der Höhe der Biskaya zu schaffen, deren Ausläufer sich bis hierher auswirken.
Für die nächsten 3 Wochen sind wir weitgehend von der Kommunikation abgeschnitten, wir melden uns wieder, hoffentlich wohlbehalten, aus der Karibik.
05.01.2007
Das Rennen ist schon seit einiger Zeit gelaufen, es war eine ungewöhnlich harte ARC. Überdurchschnittlich viele Schäden an teilnehmenden Yachten aller Grössen und Bauarten zeugen vom starken Nordostpassat. Unsere Atair blieb von Havarien bewahrt. Leider fiel jedoch -unabhängig vom Wetter- schon zu Beginn der Reise der Antriebsmotor des Autopiloten aus, was uns zu anstrengenden Wachen mit ständigem Rudergehen zwang.
Dennoch gelang eine schnelle Überfahrt. Zwischenzeitlich durfte angesichts bemerkenswerter Etmale von ca. 160 sm schon mal von einer Topplatzierung geträumt werden, aber die anderen Yachten hatten natürlich den gleichen Wind, sodass es letztlich zu einem ordentlichen Platz im Mittelfeld reichte.
Inzwischen waren wir über Weihnachten und Neujahr schon einmal im Süden bis Mayreau. Auf dem Rückweg konnten wir in der Wallilabou-Bay auf St. Vincent die Kulissen des Films "Fluch der Karibik" ansehen, der u.a. dort gedreht wurde.
24.03.2007
Unser Karibikabenteuer geht nun auch schon seinem Ende entgegen. Unendlich viele Eindrücke haben wir aufnehmen können. Obwohl dies beileibe nicht unser erster Karibiktörn war müssen wir feststellen, dass man stets Neues entdeckt. Obwohl die Inseln so nah beieinander liegen, ihre Eigenarten sind bezeichnend, von den sehr einfachen, aber reizvollen Verhältnissen im Süden über die gepflegten französischen Inseln bis zu den sehr touristischen Urlaubsinseln im Norden. Nur das ständige Ein- und Ausklarieren, bei dem jeder Staat seine Eitelkeiten so richtig pflegen kann, stört auf die Dauer.
Wir halten uns jetzt noch eine Weile im Paradies der British Virgin Islands auf, dann geht es zurück nach Europa. Das Foto zeigt "Nelsons Dockyard" in English Harbour, Antigua.
27.05.2007
Das war eine wahrhaft harte Überfahrt von Sint Maarten nach Horta auf den Azoren! Der Beginn sehr verheissungsvoll, nach einer guten Woche hatten wir bereits die Hälfte der Distanz hinter uns und passierten den 50. Längengrad. Aber dann hat der Wettergott es sich anders überlegt und uns blies von nun an bis zum Ziel ein strammer Nordostwind entgegen. Besonders zwischen 40° und 30° West bedeutete das endloses Kreuzen. Jeder Segler weiss: Kreuzen heisst doppelte Strecke und dreifacher Ärger. Kaum etwas an Bord blieb trocken.
In einem bekannten Handbuch für Atlantiksegler kann man lesen, im Azorenhoch herrsche unerträgliche Hitze und absolute Flaute. Was für ein Hohn! Es war bitterkalt, der Himmel hell-, das Wasser dunkelgrau und das Vorschiff manchmal bis zur Sprayhood unter Wasser. Es traf natürlich nicht nur uns, hier in Horta kann man fragen wen man will, jeder weiss von Blessuren zu berichten und kaum jemand wird sich erinnern, schon einmal so lange hart am Wind gesegelt zu sein.
Inzwischen sind die Wunden geleckt und wir geniessen noch ein paar ruhige Tage auf Faial, bevor es nach Ponta Delgada auf der Insel Sao Miguel weitergeht.
05.07.2007
Seit 2 Wochen hat uns das europäische Festland wieder. Von Sao Miguel aus reichten uns bei besten Wetterbedingungen weniger als 6 Tage, um Lissabon zu erreichen. Nach ausführlicher Stadtbesichtigung ging es wieder mit hervorragendem Wind südwärts an die Algarve.
Inzwischen sind wir nach einer langen und interessanten Flussfahrt in Sevilla angekommen, das wir uns in den nächsten Tagen ansehen werden. Von hier geht es weiter nach Cadiz, das auf dem Hinweg mit nur einer Übernachtung viel zu kurz besucht wurde, und nach Gibraltar, einem unserer Lieblingshäfen.
02.10.2007
Unser Toern "Atlantik rund" ist beendet. Atair liegt, für die Überwinterung gut vorbereitet, in Santa Maria Navarrese auf Sardinien. Am Ende weist unser Logbuch eine zurückgelegte Strecke von 14300 sm aus!
Die letzten Wochen haben wir auf Sardinien verbracht und die Süd- und Ostküste bis hinauf in die Strasse von Bonifacio bereist. Viele schöne Ankerplätze auf türkisfarbenem Wasser haben uns begeistert.
Leider ist der Kontakt zu Freunden und ehemaligen Mitseglern zuletzt etwas zu kurz gekommen, weil die Internetanbindung auf Sardinien so schlecht ist wie sonst nirgends während unserer Reise. Dafür bitten wir nachträglich um Verständnis. Nächstes Jahr werden wir ein separates Mobiltelefon mit italienischer SIM-Card mitführen, damit ist eine preiswerte Internatanbindung an jedem Ort möglich.

Und jetzt ist ein grosses Dankeschön fällig an alle, die uns ermutigt und unterstützt haben, unsere Reise zu unternehmen. Zuallererst an unsere Kinder, die uns von zuhause aus unterstützt und das Haus gehütet haben. Besonderer Dank geht an unseren Freund Bodo Grantzow - wir sind unendlich traurig, dass er nicht mehr unter uns ist - der mir seit 1995 ermöglicht hat, auf seinen Yachten als Skipper zu fahren und damit die Erfahrung zu sammeln, die für einen solchen Toern hilfreich ist. Ein Dankeschön auch an an die Mitarbeiter von Yachten Meltl, die Atair unseren besonderen Wünschen entsprechend ausgestattet und alles getan haben, um uns nötigenfalls mit Erstzteilen zu versorgen. Die Orte aufzuzählen, an denen wir uns besonders wohlgefühlt haben würde den Rahmen sprengen, aber einige Marinas müssen einfach erwähnt werden, überwiegend solche, in denen Trans-Ocean Mitglieder besonders willkommen sind: Lagos an der Algarve, die Marina Quinta do Lorde auf Madeira, Puerto Calero auf Lanzarote. Auf den Antillen "unser zweites Zuhause", die Rodney Bay Marina auf St. Lucia, die wir mehrfach angelaufen haben. Die Trans-Ocean Stützpunkte haben wir nicht überstrapazieren müssen, aber ein Dank geht an Michael Glatz, Shrympys Yachting Center auf Sint Maarten für technische Hilfe und Annahme wichtiger Post und ganz besonders an Victor Panjin und seine Frau, Stützpunkt Sao Miguel/Azoren für die blitzschnelle Beschaffung eines Liegeplatzes in der Marina von Vila Franca do Campo, als wir unseren Platz in Ponta Delgada wegen Überfüllung unerwartet räumen mussten. Schliesslich ist die freundliche Aufnahme in der Marina Baunei in St.Maria Navarrese/Sardinien zu erwähnen. Es hat schon seinen Grund, dass es dort von TO-Yachten geradezu wimmelt!
Last but not least bedanken wir uns bei allen Mitseglern, die uns geholfen haben, Atair über 14000 sm zu segeln. Wir hoffen, euch im nächsten Jahr wiederzusehen.